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die geschichte der sowjetischen zeitmaschine

Die einzig wahre Zeitmaschine Lizzie the Lezzie wurde von dem sowjetischen Ingenieur Igor Krassnov konstruiert. In gewissen Kreisen glaubt man, dass Igor das Alter Ego von Noitulover Alaviv ist, der wiederum das Alter Ego von jemand anderem ist. Ein Alter Ego in einem Alter Ego, sozusagen - ein bisschen wie eine Babuschka-Puppe; Igors Lieblingsspielzeug. Wie auch immer, das spielt im Moment keine große Rolle, später aber sicher schon.Igor wurde nach eigenen Angaben 1895 in Grassnow geboren. Schon als Kind beschäftigte er sich intensiv mit den Geheimnissen von Raum und Zeit. Das lag vor allem daran, dass es von beidem in Grassnow reichlich gab und die Menschen einfach nicht wussten, was sie damit anfangen sollten. Igor hatte sich schon immer für das interessiert, was andere nicht taten. Er war einer der ersten, der von Einsteins ersten Erkenntnissen zur Relativität von Raum und Zeit erfuhr, und begann bald, eigene Berechnungen anzustellen. Anders als viele glaubten, wollte er nicht in erster Linie eine Zeitmaschine bauen. Er suchte lediglich nach Möglichkeiten, die Raum-Zeit-Matrix zu einem Truthahn-Origami zu falten, um die schöne Maria zu beeindrucken. Die Idee mit der Zeitmaschine kam ihm erst später, als er erkannte, dass es Tausende von Jahren dauern würde, die Technologie zu entwickeln, die nötig wäre, um die Raumzeit in einem solchen Ausmaß zu manipulieren. Pragmatisch wie Igor war, beschloss er, eine Zeitmaschine zu bauen, in die Zukunft zu reisen und dann den Truthahn Origami in die Raumzeitmatrix zu falten. Seltsamerweise berücksichtigte er nicht, dass Maria zu diesem Zeitpunkt bereits tot sein würde. Aber nun zurück zu den Ursprüngen. Wie Einstein gelang es ihm zunächst nicht, eine plausible Theorie der Quantenverschränkung abzuleiten. Igor erkannte schnell, dass er das Phänomen der Quantenverschränkung nutzen musste, um der Materie genügend Energie zu entziehen, um eine Zeitmaschine über die Lichtgeschwindigkeit hinaus zu beschleunigen. Auf die geradezu geniale Idee kam er, als er mit seinen geliebten Babuschka-Puppen spielte. Als er im Begriff war, der kleinsten Puppe enen guten alten Sharas in in den Bauchraum zu platzieren und diese dann in die größere Puppe zu stecken, fiel es ihm wie Schuppen von den Augen. Es geht nicht um das, was man sieht, sondern nur um das, was man nicht sieht. Der Mensch beschäftigt sich meist nur mit den Dingen, die greifbar sind. Leider ist der Mensch auch ziemlich dumm und deshalb sind nur 4% des Universums für uns sichtbar. Igor hat schnell abgeleitet, dass, wenn wir nur 4% des Universums wahrnehmen und Photonen das schnellste sind, was wir innerhalb dieser 4% messen können, es eine 96%ige Chance gibt, dass es etwas gibt, das schneller ist als Licht. Das Phänomen der Quantenverzerrung schien seine Theorie zu stützen. Igor hatte eine brauchbare Theorie, musste sie aber mit einem der größten Genies der Menschheit bestätigen. Deshalb machte er sich auf den Weg in die Schweiz, um mit Albert darüber zu philosophieren. In Bern wäre er fast nicht angekommen, denn am Flughafen entdeckte ein schnüffelnder Polizeihund den Sharas in einer seiner Babuschka-Puppen. Aber zum Glück gibt es ja immer einen dummen Beamten, der mit einem nicht so dummen Polizeihund daherkommt. Und da sich Menschen bekanntlich nur vorstellen können, was sie sehen, gab die Grenzstreife nach der zweiten Puppe auf. Also trafen sich Albert und Igor auf der Pläffe und sinnierten über Relativitätstheorie, Quantenmechanik, Truthahn-Origami und die Brüste von Jean D'Arc. Nach dem dritten Sharas stellte Albert fest, dass es erstaunlich sei, wie so ein kleiner brauner Klumpen seine Wahrnehmung weit mehr verwirren könne als die Hunderte von Physikern, die ihn von ihren Theorien zu überzeugen versuchten. Während Albert dies vor sich hin grummelte, kam Igor mit einem Geistesblitz daher. "Albert!", rief er, "das ist es! Jede Information über das Universum, den Sinn des Lebens, alles ist in einem einzigen Quantum enthalten! Die Zusammensetzung der Quanten bestimmt nur, was von dieser Information wir zu sehen bekommen!" Albert lächelte nur, stand auf und umarmte Igor. "Ich wusste, dass du es herausfinden würdest, aber du brauchtest einen kleinen Hinweis. Du solltest ein bisschen weniger Wodka trinken und ein bisschen mehr Sharas rauchen." Igor war verblüfft. Albert erklärte ihm, dass er es schon vor langer Zeit herausgefunden hatte, aber er musste die Information für sich behalten. Die Menschheit war noch lange nicht bereit für solch mächtiges Wissen. Es würde mehr schaden als nützen und Igor musste ihm versprechen, mit niemandem darüber zu sprechen. Igor gelobte Albert, dieses Wissen für sich zu behalten. Allerdings verdrängte er die Tatsache, dass er eine Zeitmaschine bauen wollte. Auf dem Rückweg nach Grassnow war Igor ganz aufgeregt. Er hatte nun das nötige Wissen, um eine Zeitmaschine zu bauen. Er wusste nun, dass in jedem einzelnen Quantum der gesamte Plan des Universums enthalten war und folglich auch unendlich viel Energie in einem einzelnen Quantum zu finden war. Der Grund, warum man immer nur einen bestimmten Teil der Masse und Energie in einem Teilchen beobachtete, lag einfach daran, dass man nur diesen Teil maß. Er folgerte daraus, dass die sogenannten Quanten höchstwahrscheinlich nur die äußerste Schicht sind und wahrscheinlich wie Babuschka-Puppen aufgebaut sind, mit der Größe der Puppe nimmt die zu beobachtende Information exponentiell ab. Er musste nur einen Weg finden, die Teilchen in ihre Kernbestandteile zu zerlegen. Dort würde er den Bauplan des gesamten Universums finden, den Sinn des Lebens, die Fragen und Antworten auf alles und die Quelle, die ihn mit unendlicher Energie versorgen würde. Unendliche Energie, die es seiner Zeitmaschine ermöglichte, auf Superluminalgeschwindigkeit zu beschleunigen. Dass er dafür schließlich Lenins linken Hoden brauchte, ist eine andere Geschichte. Ebenfalls eine andere Geschichte ist, wie Igor schließlich das Phänomen der Quantenverzerrung gelöst hat. Igor hat es also geschafft, mit Hilfe von Lenins linkem Hoden und einigen anderen Zusätzen wie einem sowjetischen Hocker, Boris Johnsons Haarpracht oder was davon übrig ist und etwas Atommüll aus Tschernybol, den er von einem Zeitreisenden bekommen hat, den er mal getroffen hat - sein Name war Ford Prefect oder so -, eine mehr oder weniger funktionierende Zeitmaschine zu bauen. Jedenfalls war Igors Mundwerk manchmal etwas lose, vor allem, wenn ihn schwerer Liebeskummer überkam und er nicht ganz bei Sinnen war. So dauerte es nicht lange, bis der Kreml auf seine Machenschaften aufmerksam wurde. Die Bolschewiken stellten ihm eine Falle und stellten ihn vor die Wahl, ihnen entweder die Zeitmaschine für ihre zwielichtigen Machenschaften zur Verfügung zu stellen oder als Truthahn-Origami in einem sibirischen Gulag zu enden. Und dem armen Igor blieb nichts anderes übrig, als es sich in der ungetesteten Zeitmaschine bequem zu machen und eine abenteuerliche Reise ins Ungewisse anzutreten, um möglichst weit von den Bolschewiken wegzukommen. Bis heute wissen wir nicht genau, was in der Zeitmaschine passiert ist, aber die Zeitmaschine wird seither Lizzie, die Lezzie, genannt. Über die Gründe für diesen Namen schweigt Igor. Genauso wie es bis heute ein Rätsel bleibt, warum der Startknopf Gagarin-Spot oder G-Spot heißt. Bekannt ist jedoch, dass Igor mit Lizzie im Jahr 2019 in Bern gelandet ist und seitdem versucht, die Zeitmaschine wieder zum Laufen zu bringen, um endlich ins Jahr 4999 zu reisen, um die Technologie zu bekommen, mit der er endlich das lang ersehnte Truthahn-Origami in die Raum-Zeit-Matrix falten kann...